Rotary-Biker aus Würzburg macht mobil gegen Depression

Dieter Schneider auf dem größten Salzsee der Welt, dem Salar de Uyuni in Bolivien

Von Dieter Schneider, Mitglieder der Rotary-Motorradfahrer-Fellowship (IFMR) und des Rotary Clubs Würzburg

Ein Jahr nachdem sich mein Sohn aufgrund einer schweren Depression das Leben genommen hat, bin ich mit dem Motorrad nach Kapstadt/Südafrika aufgebrochen. Diese Reise durch Ostafrika war für mich Trauma-Verarbeitung und Abenteuer zu gleich. Die Begegnungen mit interessanten Menschen und die Eindrücke eines faszinierenden Kontinents heilten meine innere Zerrissenheit und bei Ankunft am Kap der guten Hoffnung fasste ich den lebensverändernden Entschluss.

Ich wollte mich in Zukunft für Depressionshilfe und Suizidprävention engagieren. Mein Heimatclub, der Rotary Club Würzburg, unterstützte mich bei dem Projekt, das ich „Fellows Ride“ nannte. Im Juni 2018 startete ich auf einer BMW 800 GS meinen persönlichen Fellows Ride rund um die Welt. Auch wenn mich wieder Fernweh und Abenteuerlust antrieb, so hatte ich diesmal eine Mission im Gepäck: Ich wollte die Aufmerksamkeit, die mir zu Teil wurde, umlenken auf die tückische Krankheit der Depression.

Regionale Unterschiede beim Umgang mit Depression

In vielen Ländern besuchte ich Rotary Clubs und erzählte den Freunden dort meine Geschichte. Ich lernte dabei, dass Depression ein globales Thema ist, mit dem aber sehr unterschiedlich umgegangen wird. In den islamischen Ländern wird die Krankheit leider meist ignoriert und die Erkrankten stigmatisiert. In Australien dagegen geht die Gesellschaft ohne Tabu oder Vorurteile mit dem Thema mentaler Gesundheit um.

Überall auf der Welt nimmt die Krankheit, die lebensgefährlich sein kann, wenn sie nicht rechtzeitig behandelt wird, signifikant zu. In Europa und den USA spricht man bereits von einer Volkskrankheit. Nicht nur in den von mir besuchten Rotary Clubs konnte ich das Thema auf die Agenda setzen. In vielen Gesprächen, vor allem mit Jugendlichen, konnte ich Menschen, die direkt oder indirekt von Depression betroffen sind, Mut und Inspiration geben.

Neues Chapter der International Fellowship of Motorcycling Rotarians

Fast zwei Jahre und 100.000 km war ich unterwegs: Südosteuropa, Türkei, Kaukasus, Iran, Pakistan, Indien, Nepal und Südostasien, Australien und die Amerikas. So vielfältig und fremd die Kulturen und Landschaften waren, so vertraut war mir der freundschaftliche Empfang in den jeweiligen Rotary Clubs.

Im Outback in Australien habe ich mit einigen „Bikern“ sogar ein neues Chapter für die International Fellowship of Motorcycling Rotarians (IFMR) gegründet. Und viele Rotarier*Innen wurden mir zu echten Freund*Innen, zu denen ich noch intensiven Kontakt halte.

Dokumentarfilm und deutschlandweite Motorradausfahrt

Nachdem ich wegen der Pandemie aus Argentinien zurückkehren musste (mein Motorrad steht noch in Buenos Aires), halte ich viele ZOOM-Vorträge über meine Reise, auch weiterhin für Rotary Clubs. Der Lockdown gibt mir die Möglichkeit, meine Videos zu einem Film zu verarbeiten. „Ride don`t hide“ wird die Filmdokumentation heißen. Ein Film, der Fernweh weckt und Leben retten kann.

In Melbourne in Australien durfte ich am sogenannten „Black Dog Ride“ teilnehmen, einer landesweiten Motorradausfahrt für mentale Gesundheit. Der Black Dog Ride mit tausenden von Bikern hat Tradition in Australien. Dieses Konzept will ich in Deutschland umsetzen.

Unter dem Motto „Mit offenem Visier für Depressionshilfe“ und mit dem Titel „Fellows Ride“ plane ich dazu an einem Samstag in diesem Jahr in Würzburg eine Pilotveranstaltung. Sobald die COVID-19-Regelungen es wieder zulassen, soll diese eintägige Ausfahrt stattfinden und dazu führen, dass dann im nächsten Jahr auch in vielen anderen Städten mit einer Motorradausfahrt auf Depression und Suizidprävention hingewiesen wird. Ich hoffe darauf, dass mir das rotarische Netzwerk bei der dezentralen Ausrichtung hilft.

Spenden für die Depressionshilfe und Reise-Vorträge

Auch wenn die Hauptwährung meiner Initiative „Aufmerksamkeit“ bleiben wird, sind Geld-Spenden natürlich willkommen. Damit soll die Arbeit der Stiftung Deutsche Depressionshilfe unterstützt werden, die wegen der COVID-19-Pandemie vor einer ihrer größten Herausforderung steht. Die Kontaktbeschränkungen und die soziale Isolation sind Gift für Menschen, die an Depression leiden.

Auf meiner Tour war Rotary eine Art Leitplanke für mich. Zu wissen, dass die rotarische Freundschaft weltumspannend ist, hat mir unterwegs immer ein Gefühl von Sicherheit gegeben. Meinen Dank kann ich nun über die Vorträge zurückgeben.  Aktuell habe ich fünf Vorträge samt Bildern vorbereitet: Von zu Hause nach Nepal; Von Nepal bis Sumatra; Großartiges Australien; Von Kanada nach Panama und America del Sur.

Wenn ihr Club Interesse an einem Online -Vortrag hat, stehe ich gerne zur Verfügung. Weitere Informationen finden sie auf www.fellowsride.de.

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