„PAUL für Tansania“ – Rotaract-Sozialprojekt bringt Trinkwasser nach Kigoma

Eine junge Frau lächelt in die Kamera und trägt einen blauen Plastikkontainer mit der Aufschrift PAUL auf dem Rücken.

Franziska König vom Rotaract Club Köln transportiert eine Wasserfilteranlage namens PAUL zu ihrem Standort.

Von Franziska König, Projektleitung (Rotaract Club Köln, Distrikt 1810)

Nach über zwei Jahren Projektdauer, einem fünfstelligen Spendenbetrag und einer Planungsphase, in die viel Zeit, Energie und Herzblut geflossen sind, ist es nun so weit: Fünf PAUL-Stationen stehen verteilt in der Region Kigoma in Tansania!

Im Spätherbst 2021 machten sich elf Rotaracter:innen aus fünf Clubs des Distriktes 1810 (RAC Köln, RAC Bonn, RAC Aachen, RAC Oberberg, RAC Ahrtal) auf den Weg nach Tansania, um ihr lang geplantes und durch die Pandemie mehrfach umgeplantes Distriktsozialprojekt „PAUL für Tansania“ umzusetzen. Das Projekt entstand im Clubjahr 2019/20 mit dem Bestreben, das sechste Ziel der Vereinten Nationen zur nachhaltigen Entwicklung – sauberes Wasser (Sustainable Development Goals) – zu unterstützen. Es war von Beginn an zweiteilig angedacht: Zum einen sollten durch Fundraising mehrere PAULs finanziert werden, zum anderen war es das Ziel, im Rahmen einer Hands-On-Aktion nach Afrika zu reisen, die PAULs mitzunehmen und vor Ort PAUL-Stationen zu installieren.

Wer oder was ist „PAUL“?

PAUL steht für Portable Aqua Unit for Lifesaving und dient der Trinkwasserversorgung in Gebieten, in denen kein sauberes Wasser verfügbar ist. PAUL basiert auf einem Membransystem, das  kontaminiertes und verunreinigtes Wasser zu Trinkwasser filtert und dabei nicht nur gröbere Sedimente, sondern auch Kleinstteilchen wie Bakterien und Viren größtenteils eliminiert.

3 Männer undeine Frau stehen auf einem Gerüst mit einem blauen Plastikkontainer, einer reicht ein Rohr zum Anschluss der Wasserfilteranlage hinauf.

Die Rotaracter helfen bei der Installation von PAUL.

Entwickelt wurde PAUL von Prof. Franz-Bernd Frechen im Fachgebiet Siedlungswasserwirtschaft an der Universität Kassel. Das Besondere an dem System ist, dass es lediglich Wasser braucht, um zu funktionieren – weder Strom noch Chemikalien werden benötigt; allein durch den Wasserdruck wird das Wasser durch die Membranen gepresst und dadurch filtriert. Ein Gerät filtert durchschnittlich 1.200 Liter Wasser pro Tag und hält 10+ Jahre.

Die Dauernutzung von PAUL lässt sich dadurch vereinfachen, dass man eine sogenannte PAUL-Station baut – also ein Gerüst, ausgestattet mit einem Rohwasser- und einem Frischwassertank, einer Pumpe, einem Überlaufschutz sowie dem PAUL als Kernelement. So kann man mit weniger Aufwand und in kürzerer Zeit mehr Wasser zur Verfügung stellen, was eine langfristig effiziente Trinkwasserversorgung begünstigt.

Kooperation zwischen Rotaract und Rotary

Begleitet wurden die Rotaracter:innen von Martin Krings vom Rotary Club Monschau-Nordeifel und seiner Frau Elke, die seit etlichen Jahren rege Kontakte nach Kabanga in Kigoma, Tansania pflegen. Die beiden initiierten dort schon viele Projekte, sind seit 2008 jedes Jahr mehrfach vor Ort und konnten dementsprechend die notwendige Verbindung herstellen.

Durch das Ehepaar Krings ließ sich schnell herausfinden: In Kabanga gibt es zwar eine Wasserquelle, jedoch kein Trinkwasser. So war für die Rotaract-Mitglieder, die seit einiger Zeit nach einer geeigneten Empfänger-Gemeinde Ausschau gehalten hatten, klar, wo ihre PAULs hingehen würden.

Abschluss des Projektes

Ein afrikanischer Mann hält ein Glas mit trübem, gelbem Wasser in der Hand, ein deutscher Rotaracter hält ein Glas mit klarem Wasser. Beide haben einen Arm um die Schulter des anderen gelegt.

Ein Rotaracter mit einem Anwohner vor Ort demonstrieren den Unterschied: links das schmutzige Wasser, rechts das klare, gefilterte Wasser.

Mittlerweile sind beide Teile des Projektes abgeschlossen: Im Rahmen der Fundraising-Aktion kam ein fünfstelliger Betrag zusammen, von dem fünf PAULs finanziert werden konnten. Anschließend wurden diese im Rahmen einer zehntägigen Reise als Sperrgepäck mitgenommen und verteilt in der Region Kigoma installiert. Darüber hinaus konnte ein weiterer PAUL, der sich schon vor Ort befand, allerdings nicht genutzt wurde, reaktiviert werden.

Nach Abschluss des Projektes sind nun drei Orte in Kigoma (Iterambogo, Kabanga, Kisoma) mit Trinkwasser versorgt. Bei der Installation der Stationen wurde eng mit der örtlichen Bevölkerung zusammengearbeitet. Durch die Unterstützung lokaler Expert:innen ist für den langfristigen und nachhaltigen Erfolg der Sozialaktion gesorgt.

Wasser ist Leben

Der Zugang zu sauberem und keimfreiem Trinkwasser ist lebenswichtig, jedoch für viele Menschen längst nicht selbstverständlich. Und wenn es kein Trinkwasser gibt, müssen viele ihren Durst mit dreckigem und verseuchtem Wasser aus Flüssen und Seen stillen, das auch zum Waschen, Kochen und für den Toilettengang gebraucht wird. Jede PAUL-Station trägt zu einer Besserung dieser Situation bei und macht damit einen Unterschied in der Welt.

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