4 Fragen zum Jugendaustausch online

Ashok Bhandari

Ashok Bhandari, Rotary Club Pune Sinhagad Road in Indien

Von Paul Engleman

Nachdem ihr Sohn und ihre Tochter an Rotary-Jugendaustauschprogrammen teilgenommen hatten, traten Ashok und Sadhana Bhandari dem Rotary Club Pune Sinhagad Road in Indien bei. Und weil er bei seinen Kindern direkt miterlebt hatte, welch tiefgreifende Erfahrung das Programm für das Leben junger Menschen haben kann, engagierte sich Ashok gleich als Mitglied des Jugendaustausch-Teams des Distrikts 3131. Als der Austausch im letzten Jahr aufgrund der COVID-19-Pandemie unterbrochen werden musste, suchte er nach einer Lösung, wie man den Schülerinnen und Schülern in seinem Distrikt diese lebensverändernde Erfahrung in anderer Form bieten könnte. Er beschloss, das Programm virtuell durchzuführen.

Wie sind Sie vorgegangen, um ein virtuelles Rotary-Jugendaustausch-Programm in Ihrem Distrikt einzurichten?

Rashmi Kulkarni, Governor vom Distrikt 3131, gab grünes Licht für den Vorschlag, das Programm online durchzuführen. Wir bewarben die Idee bei Clubs und einzelnen Rotary-Mitgliedern in 400 Distrikten über WhatsApp und E-Mails. Ich fragte im Rotary Youth Exchange Office nach Informationen zu Richtlinien für ein virtuelles Programm und erhielt prompt Antwort. Da die Schulen geschlossen waren und die Menschen aufgrund der Pandemie von zu Hause aus arbeiteten, gab es ein großes Interesse. Das Programm erfüllte einen Bedarf, kostete weniger und erforderte weniger Dokumentation. Wir entwarfen ein einfaches virtuelles Antragsformular für den Jugendaustausch und wickelten das Antragsverfahren, die Gebühren und die Clubgenehmigungen online ab.

Wie lief der virtuelle Austausch ab?

Wir beschlossen, dass der Austausch vier Monate dauern sollte, von Oktober bis Januar, wie ein regulärer Kurzaustausch in Person. Wir hielten Zoom-Treffen mit allen Verantwortlichen ab, um Fragen zu Zeitzonen – die Zeitunterschiede betrugen zwischen neun und elf Stunden – und Sprachschwierigkeiten zu klären. Wir erstellten ein detailliertes Programm für die Aktivitäten der Gastschüler/innen (Inbounds), das u. a. Zeit für die Kommunikation mit der Familie, Online-Sprach- und Hobbykurse, Präsentationen bei den einzelnen Gastclubs und die Teilnahme an Gastclubtreffen und Distriktveranstaltungen wie RYLA vorsah. Wir planten virtuelle Besuche lokaler Sehenswürdigkeiten, Quiz-Spiele, Koch- und Yogakurse und andere Aktionen, die von den teilnehmenden Familien vorgeschlagen und umgesetzt wurden. Die Rotex-Alumni-Vereine (für die Alumni des Rotary-Jugendaustauschs) spielten in der ersten Woche eine wichtige Rolle, danach lief das Programm wie von selbst.

„Eine Schülerin aus Venezuela sagte, dass sie viel
über die Kultur, das Essen, die Geographie und
die Geschichte Indiens gelernt hat.“

Wir haben Umfragen mit Outbound- und Inbound-Gastschülern und -Gastschülerinnen durchgeführt, und das Feedback war positiv. Eine Schülerin aus Venezuela sagte, dass sie viel über die Kultur, das Essen, die Geographie und die Geschichte Indiens gelernt hat und dass sie überrascht war, wie wenig sie vor dem Austausch über Indien gewusst hatte. Eine Schülerin aus Indien fand es sehr interessant, von der virtuellen Gastfamilie in Brasilien etwas über Weihnachten zu erfahren und im Gegenzug die Diwali-Bräuche vorzustellen.

Wie hat sich der virtuelle Austausch auf Ihr Organisationsteam ausgewirkt?

Die Teamstruktur war die gleiche wie bei einem Austausch in Person – wir hatten Beauftragte für Inbounds und Outbounds, für Jugendschutz, Werbung und Orientierungsaktivitäten, insgesamt ein 20-köpfiges Distriktteam. Außerdem wurde aus jedem Club ein Beauftragter für den Rotary-Jugendaustausch ernannt. Die Clubs veranstalteten separate Zoom-Meetings für ihre Präsentationen.

Welche Vorteile hat ein virtuelles Programm?

Mit einem virtuellen Austausch können wir die Teilnehmerzahl erhöhen. Wir hatten 46 Teilnehmende aus meinem Distrikt, dazu 28 aus Brasilien, 17 aus Venezuela und einen aus den USA. Die Durchführung eines virtuellen Austauschs ermöglichte es uns auch, wirtschaftlich benachteiligte und auf dem Lande lebende Schüler/innen einzubeziehen, die sonst nicht in der Lage wären, an einem Austausch in Person teilzunehmen. Es ist erschwinglich, bietet eine breitere Zugänglichkeit und kann eine größere Anzahl von Schülern und Schülerinnen international in Kontakt bringen. Auf diese Weise können wir die Teilnahme-Intensität und die Anzahl der Austausche erhöhen und den Weltfrieden fördern.             

Der Originalartikel erschien auf Englisch in der Ausgabe April 2021 des Magazins Rotary.


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