Ausnahmezustand im Krankenhaus

Die Behandlung von COVID-19-Patienten erfordert Hingabe – und Durchhaltevermögen

Krankenschwester Jennifer Gillen Fuller in blauer OP-Kleidung an der Tür zu ihrer Krankenstation

Krankenschwester Jennifer Gillen Fuller vom Rotary Club Richmond, Texas, USA

Nacherzählt von Hank Sartin, Magazin Rotary

Krankenschwester Jennifer Gillen Fuller vom Rotary Club Richmond, Texas, USA, arbeitet normaler Weise auf einer Station mit Patienten, die aus den unterschiedlichsten Gründen im Krankenhaus sind. Doch seit Ausbruch der Pandemie betreut sie auch immer wieder COVID-19-Patienten. Wie der Alltag auf so einer Station aussieht und wie anstrengend das für sie und ihre Kollegen und Kolleginnen ist, beschreibt sie hier.

Ich habe jetzt zweimal auf einer COVID-19-Station gearbeitet, jedes Mal für etwa sechs Wochen. Im Vergleich zu meiner sonstigen Arbeit ist die Betreuung von COVID-Patienten eine so schwere Aufgabe, dass wir uns abwechseln, damit die Krankenschwestern und Krankenpfleger wirklich mal Pause machen können. Nach sechs Wochen auf einer COVID-19-Station ist normalerweise der Punkt erreicht, an dem man wirklich Abstand braucht, um sich wieder zu erholen.

Wenn wir zu einem COVID-19-Patienten ins Zimmer gehen und bevor wir es wieder verlassen, müssen wir uns an einen strengen Ablaufplan halten. Es gibt einen kleinen Vorraum zwischen dem Flur und dem Patientenzimmer. Bevor man das Zimmer betritt, wäscht man sich die Hände und zieht dann einen Kittel, Handschuhe und einen Helm an, der über den ganzen Kopf und Hals geht. Es ist wichtig, dass die Patienten trotz allem sehen können, dass sich hinter all diesen Schichten immer noch ein Mensch befindet. Ich versuche, ihnen das Gefühl zu geben, dass sie nicht allein sind.

Nicht nur Patienten helfen, sondern auch den Angehörigen

Wenn man den Raum verlässt, zieht man seinen Kittel und seine Handschuhe im Vorraum aus und wirft sie weg, wäscht sich die Hände, zieht ein anderes Paar Handschuhe an und nimmt dann das Gesichtsschutzschild ab. Das Schild muss gereinigt und zum Trocknen aufgehängt werden, und dann muss man das neue Paar Handschuhe auch wieder ausziehen und seine Hände erneut waschen.

Krankenschwester zu werden, war schon seit der sechsten oder siebten Klasse mein Ziel. Meine Cousine wurde mit einer zerebralen Lähmung geboren und musste die ersten Monate ihres Lebens auf der neonatologischen Intensivstation bleiben. Ich verbrachte dort einige Zeit mit meiner Tante und bekam aus erster Hand mit, welchen Einfluss eine Krankenschwester auf eine Familie haben kann. Da wusste ich, dass ich einen Beruf ergreifen wollte, in dem ich nicht nur Patienten helfen konnte, sondern auch den Angehörigen.

Rotary-Rad als Symbol für humanitäre Werte

Als ich meinem Club beitrat, schenkte mir mein Vater ein Rotary-Armband. Ich trug es bei der Arbeit und hatte einen Patienten, der kein Englisch sprach. Unsere Sprachbarriere hinderte mich daran, mit ihm zu kommunizieren. Dann zeigte er auf mein Armband. Zuerst verstand ich nicht, worauf er deutete. Dann sagte er: „Rotary.“ Von da an wusste er nicht nur, dass ich Krankenschwester bin. Das Rotary-Rad vermittelte ihm, was für ein Mensch ich bin.

Der Original-Artikel erschien in der Ausgabe März 2021 des Magazins Rotary.


Der Berufsdienst ist einer der sogenannten Dienstzweige (Engagement-Bereiche) von Rotary. Rotary-Mitglieder setzen ihre ethischen Werte auch im Berufsleben um. Erfahren Sie mehr und laden Sie den Leitfaden Berufsdienst in Aktion herunter.

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