Vom Jugendaustauschschüler zum interkulturellen Unternehmer

Illu

Von Vanessa Glavinskas, Zeichnung von Ruby Taylor

Als Tim Pfrogner 2010 im Rahmen seines Rotary Jugendaustauschs in Los Angeles war, nahm er an einem Serviceprojekt teil, das seinen beruflichen Werdegang veränderte. „In unserem Distrikt unternehmen wir jedes Jahr eine humanitäre Reise“, sagt Melody St. John, Mitglied des Rotary Clubs Hollywood in Kalifornien, die Tim Pfrogner während seines Austauschjahres zusammen mit ihrem Ehemann Paul beherbergte. „Tim war dabei, als wir ein Wasserfilterprojekt in der Dominikanischen Republik durchführten, und er war fasziniert.“

Nach seiner Rückkehr nach Deutschland setzte Pfrogner sein Studium an der Technischen Universität München fort. Doch er konnte nicht vergessen, was er bei seinem Austausch erlebt hatte. Und die Tatsache, dass 800 Millionen Menschen auf der ganzen Welt keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben, ließ ihm keine Ruhe.

Tim

Wasserfilter als eine Art Sozial-Franchise

Schließlich gründete er 2014 zusammen mit weiteren Studierenden ein Start-up namens Waterfilter (Wasserfilter), das in der Region Kigoma in Tansania arbeitet und nun vom Rotary Club München-International unterstützt wird. Mit seinem Team entwickelte er ein nachhaltiges Geschäftsmodell für den Vertrieb eines innovativen Wasserreinigungsprodukts, das aus lokalen Ressourcen hergestellt wird. Waterfilter bildet Arbeitslose darin aus, ein eigenes Waterfilter-Geschäft zu eröffnen, in dem sie die Filter bauen und sie zu einem erschwinglichen Preis an die Menschen in ihrem Ort verkaufen.

„Auf diese Weise“, so Pfrogner, „stellen wir nicht nur sauberes und sicheres Trinkwasser zur Verfügung, sondern schaffen auch Arbeitsplätze.“ Entscheidend für seine Entwicklung zum Sozialunternehmer seien seine Erfahrungen während des Rotary Jugendaustauschs gewesen. „Schon früh mit anderen Kulturen konfrontiert zu werden, hat meine Fähigkeit gestärkt, Einfühlungsvermögen für andere zu entwickeln“, erläutert Tim Pfrogner. „Und der Jugendaustausch hat mich gelehrt, meinen Leidenschaften zu folgen.“

Der Originalbeitrag erschien in der Ausgabe September 2020 des Magazins Rotary.

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