Wer sich engagieren will – gründet einen Rotary Club…

 

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Clubpräsidentin Lea Yague leitet ein Treffen des neu gegründeten Rotary Club Solana Moonlight.

Von Erika Isabel Yague, Rotary Peace Fellow an der University of Queensland, Brisbane, Australien

August ist unser Schwerpunktmonat für Mitgliedschaft und ein wichtiges Ziel in unserem Aktionsplan ist der Ausbau unserer Reichweite und die Gewinnung neuer Mitglieder. Wer dazu beitragen will, sollte sich u. a. die Frage stellen, wie und warum Menschen zu Rotary finden. Eine philippinische Rotary-Friedensstipendiatin erzählt dazu eine bemerkenswerte Geschichte von ihrer Mutter.

Die Hauptperson, die mich zu meinem heutigen Engagement für Frieden inspiriert hat, ist meine Mutter. Sie hat mich immer dazu motiviert, der Gemeinschaft etwas zurückzugeben. Und egal, wie hart ihr eigenes Leben war, hat sie selbst konsequent nach dieser Maxime gehandelt.

Meine Mutter stammt ursprünglich aus dem Cagayan Valley auf den Philippinen, einer eher provinziellen Region. Unsere Familie war in die Hauptstadt Manila gezogen, weil es dort mehr Möglichkeiten für Bildung und Arbeit gab. Sie war eine Vollzeit-Hausfrau und widmete ihr Leben der Fürsorge für meinen Bruder und mich. Sie war Köchin, Nachhilfelehrerin und Freundin und gab uns all die Unterstützung, die wir als Kinder brauchten. Nebenher leistete sie jedoch auch viel ehrenamtliche Arbeit, etwa als Präsidentin der Nachbarschaftsvereinigung und als Gemeinde-Mediatorin.

Zeit der Prüfungen

Natürlich war das Leben nicht immer perfekt. Wir hatten wirtschaftliche Schwierigkeiten als Teil der unteren Mittelschicht auf den Philippinen. Als sich unsere Eltern trennten, stand meine Mutter vor einer großen Herausforderung: Sie hatte ihre Karriere aufgegeben und wusste nun nicht, wie sie den beruflichen Wiedereinstieg finden sollte.

Meine Mutter zog schließlich zurück in ihre Heimatstadt Solana in der Region Cagayan Valley. Unter anderem, um sich um ihre alternde Mutter zu kümmern. Ursprünglich arbeitete sie dort dann in der Landwirtschaft, aber die körperliche Belastung veranlasste sie dazu, ein kleines Unternehmen zur Herstellung von Kunsthandwerk und Holzschnitzereien zu gründen. Ich half ihr mit einem kleinen Startkapital beim Aufbau. Dieses Einkommen hielt meine Familie über Wasser, während ich meinen Master-Abschluss im Rotary-Friedensstipendienprogramm an der University of Queensland in Brisbane, Australien, absolvierte.

Zur Gründung inspiriert

Ich erzählte meiner Mutter alles über meinen Gastclub, den Rotary Club Paddington, und sprach über meine Betreuer im Gastland. Meine Mutter war so begeistert von den Initiativen des Clubs und der Unterstützung, die ich von meinen Betreuern erhielt, dass sie beschloss, selbst einen Rotary Club in ihrer Gemeinde zu gründen. Sie erklärte mir, dass sie aus Dankbarkeit für die Unterstützung, die ich durch Rotary erhielt, nun ihrerseits den Ausgegrenzten und Schwachen in ihrer Nachbarschaft neue Möglichkeiten eröffnen wollte.

Meine Mutter knüpfte gute Netzwerke in Solana und fand wieder Kontakt zu Familie und Freunden, die sie während ihrer Jahre in Manila vermisst hatte. Sie stand bereits mit einigen Mitgliedern des Rotary Club Citadel in Verbindung und gewann deren Unterstützung für die Gründung eines Clubs in der Gemeinde Solana. Der Rotary Club Solana Moonlight startete mit 30 Mitgliedern und wurde 2020 gegründet.

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Hilfsaktion des Rotary Clubs Solana Moonlight, Philippinen

Über 1.000 Lesebrillen und COVID-19-Hilfsaktionen

Bereits im ersten Monat seines Bestehens spendete der Club mehr als 1.000 Lesebrillen für Senioren. Außerdem initiierten die Mitglieder eine COVID-19-Hilfsaktion für Menschen, die ihren Arbeitsplatz verloren haben, mit besonderem Schwerpunkt auf landwirtschaftlichen Gemeinden, Senioren und Menschen mit Behinderungen. Und sie suchen derzeit nach mehr Mitteln, um eine zweite Runde von Hilfsaktionen durchzuführen.

Durch den Aufbau des Rotary Clubs Moonlight Solana konnte meine Mutter ihre negativen Gefühle und Erfahrungen aus ihrem Privatleben in positive Aktionen umsetzen. Ihr Herz fand quasi Heilung im Engagement für andere. Für sie ist Rotary ein Weg, etwas zurückzugeben.


Weitere Informationen über den Rotary Club Solana finden Sie auf dessen Facebook-Seite.

Über die Autorin: Erika Yague ist Rotary-Friedensstipendiatin an der Universität von Queensland, Brisbane, Australien. Sie erhielt den Janet-Lawrence-Friedenspreis 2020 und ein Paul-Harris-Stipendium in Anerkennung ihres Dienstes und Engagements für ihre Mitschüler und ihre Gemeinde.

 

 

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